Geschichte

Zur Geschichte unseres Hauses

Hof Nr. 10
Lechstedter Dorfgaststätte
ca. 160 Jahre


Im Liegenschaftskataster, damals Verkopplungsplan Bild "Über uns:geschichte01.jpg" wurde der Hof Nr. 10 1847/48 erstmalig geschichtlich erwähnt. Der damalige Bauherr und Besitzer war der Kötner, (niederdeutsch für Häusler, Besitzer eines Bauernhauses ohne Land) Christian Könneker.

Aus welchen Gründen auch immer wurde das Anwesen verkauft.







Wie in der Zeit üblich, wurde neben Vieh Bild "Über uns:geschichte02.jpg" und Landwirtschaft eine Gaststätte betrieben. Der Besitzer war der Kotsaß (wie Kötner) und Gastwirt Carl Wolkenhauer, welcher der Gaststätte den klangvollen Namen Wolkenhauer verlieh.









In der Erbfolge trat der älteste Sohn aus Bild "Über uns:geschichte03.jpg" erster Ehe Heinrich Carl Ernst Wolkenhauer ein. Dieser führte die Gaststätte weiter unter dem Namen Wolkenhauer.

Das gegenüberliegende Grundstück Nr.11 befand sich auch im Besitz der Familie. Zeugnis hierfür war und ist die Inschrift über dem großen Scheunentor „ K. Wolkenhauer und Christine, geb. Ohms, Anno 1863 „ An diese Scheune wurde wahrscheinlich Ende 1800 Anfang 1900 eine Kegelbahn angebaut. Dieter Meyer fand in seiner früheren Jugend noch die alten Holzkugeln.





1908 verkaufte Heinrich Carl Ernst Wolkenhauer Bild "Über uns:geschichte04.jpg" seinen gesamten Besitz. Der Hof Nr. 11 wurde dem Müllerschen Hof zugeschlagen. Der Hof Nr. 10, zusammen mit der Gaststätte, dem Gartenland, der heckenumgrenzten Weide auf dem Schöneberg sowie 14 Morgen Wald kaufte der Molkerist Heinrich Meyer aus Hoheneggelsen. Heinrich Meyer war der Großvater von Dieter Meyer. Auf dem damaligen Gartenland steht heute das Wohnhaus von Dieter Meyer. Die Weide war damals eine Obstplantage. Man stellte aus dem geernteten Obst den hauseigenen Wein her.







104 Jahre Lechstedter Obstweinschänke

Am 1.4.1911 wurde die Gaststätte Wolkenhauer in die Obstweinschänke umbenannt. Die Obstweinschänke wurde über die Landesgrenzen hinaus für den Kirsch und Sauerkirschwein bekannt.

Während des 1. Weltkrieges mußten die Bäume auf höhere Anordnung abgeholzt werden. Der angeordnete Kahlschlag betraf auch die umliegenden Weiden in Lechstedt. In Hildesheim und Umland grassierte ein Baumbefall, der vor allem die Kirschbäume betraf.
Der Obstwein kam fortan aus der Mosterei Werder bei Berlin. Die Anlieferung erfolgte in 30 Liter Glasballons im Weidenkorb. Vom Bahnhof Groß Düngen wurde der Wein bis in die frühen 50iger Jahre abgeholt.

Durch die verwandtschaftlichen Bindungen der Familie Meyer bezog man dann den Obstwein von der Familie Wöhleke. Seitdem kommt der in Stadt und Landkreisbekannte gute Tropfen aus Groß Lobke.

Großvater Heinrich Meyer führte die Obstweinschänke bis 1934. Sohn Friedrich Meyer übernahm den Betrieb demzufolge in 2.Generation und führte ihn bis 1965.




Bild "Über uns:geschichte05.jpg"Dienstag 10.Oktober 1961 gegen 04.30 Uhr

wurde Friedrich Meyer unsanft aus dem Schlaf gerissen. Glutrot schlugen die Flammen aus der Obstweinschänke. Dem beispiellosen Einsatz aller Feuerwehren aus den umliegenden Gemeinden war es zu verdanken, dass die Hälfte des Wohngebäudes und das Gastzimmer gerettet werden konnten.








Bild "Über uns:geschichte06.jpg"Und was das Feuer zerstörte wurde wieder aufgebaut. Selbst 49 Jahre später hat kein Lechstedter den schwarzen Tag der Obstweinschänke vergessen.









Bild "Über uns:geschichte07.jpg"Von 1965 bis 1977 wurde nunmehr in der dritten Generation der Betrieb von Dieter Meyer in seiner Beschaulichkeit geführt. Beschaulich deswegen, weil fast alles, was auf den Tisch kam in der Obstweinschänke zubereitet wurde. In dem kleinen Familienbetrieb war jeder für alles und alle für jedes zuständig. Gemüse putzen, Kartoffeln schneiden, die Gäste bedienen, bei den Hausschlachtungen mit Hand anlegen oder beim Backen der Kuchen und Torten.







Bild "Über uns:geschichte08.jpg"Der vollmundige und süffige Obstwein, die eher rustikale Gastronomie mit ihren leckeren Bratkartoffeln und Sauerfleisch waren Markenzeichen der Obstweinschänke. Die Stadtbewohner in ihren Wohnungen ohne Balkon und Garten, zog es schon immer in ihre Obstweinschänke nach Lechstedt.

Ganz zu schweigen von den vielen Festen, die dort bis zum heutigen Tag gefeiert werden. Die Obstweinschänke ist und bleibt Treffpunkt der Bürgerinnen und Bürger von Lechstedt.




Nach 66 Jahren Obstweinschänke, so stand es 1977 in der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung, verpachtet Dieter Meyer an Jürgen Grunewald. Es viel Dieter Meyer nicht leicht mit Trauer in seinem Herzen musste er zusehen; wie seine Obstweinschänke immer mehr in Vergessenheit geriet. Es sollte noch schlimmer kommen.
Nach 6 Jahren Verpachtung stand die Obstweinschänke fast ein Jahr leer. Im Jahr 1984 kauften die Familien Grass und Oldewurtel die Restauration. Nach nur 9 Monaten übernahm Frau Helga Hundertmark den Vertrag und führte den Betrieb bis zu ihrem Tode im August 1998.
Hildesheim und Umland hatte die Obstweinschänke in Lechstedt nicht vergessen.

Viele bekannte Ausflugslokale schlossen in den späten 60iger Jahren ihre Pforten. Die Obstweinschänke erlebte eine Renaissance mit dem Konzept der Familie Meyer. Hans Gillert, zugereister Saarländer, viele Jahre in Hildesheimer Gastronomiebetrieben wie Ratskeller, HTV und Golfgastronomie tätig, übernahm am 01.01.1999 seine Obsti.

Der Betrieb wurde durch Umbauten zu einem kleinen aber feinen 3 Sterne Landhotel erweitert. Die ländliche Rustikalität mit Sauerfleisch, Spiegeleier mit Bratkartoffeln, Mett, Schinken und Käsebrot gibt es noch heute. Für Hans Gillert ist die Obstweinschänke eine Frage seiner fast fanatischen Lebensphilosophie.


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